Ein Paar Armbänder mit 112 Perlen und rubinbesetzten Schlössern, ein Paar Ohrringe mit 14 Diamanten pro Stück1 – wer würde solchen kostbaren Schatz aus der Hand geben? In der Frühen Neuzeit war jedoch selbst der vertraglich abgesicherte Besitz solcher Juwelen nicht unanfechtbar. Dies bezeugen kürzlich in unsere digitale Edition aufgenommene Schriftstücke, die zwischen Mai und September 1703 zwischen Kaiserin Eleonora Magdalena, ihren Brüdern Johann Wilhelm und Karl Philipp von Pfalz-Neuburg sowie Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg ausgetauscht wurden. Wie war es möglich dem festgeschriebenen Wort entgegenzuwirken?
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Der “frische” Bruder Carl
Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg war nicht nur Kaiserin und die Mutter zweier Kaiser und einer Königin von Portugal. Sie war als Erstgeborene auch die große Schwester einer langen Reihe von Geschwistern. Unter diesen spielte Johann Wilhelm, ihr langjähriger Korrespondenzpartner, als Kurprinz und Erbe sicher eine besondere Rolle. Aber auch alle anderen Geschwister erscheinen in ihren Briefen an Vater und Bruder.